- Viele Inhaber von CBI- und Doppelpässen werden von Banken mittlerweile als Hochrisikokunden eingestuft, was zu verstärkten Sorgfaltsprüfungen und einem verschärften Onboarding-Prozess führt.
- Gerichtsverfahren der EU und groß angelegte Widerrufe haben die Wahrnehmung von Geldwäschebekämpfung, Sanktionen und Reputationsrisiken bei Privatbanken und Fintechs verstärkt.
- Ein standardisiertes Paket zur Herkunftsnachweis des Vermögens, eine abgestimmte Einführungsstrategie und eine proaktive Überwachung reduzieren das Risiko und die Reibungsverluste bei der Kontoverwaltung.
- Erstellen Sie für jeden Kunden eine Risikoanalyse (einschließlich Verbindungen nach Armenien, sofern relevant) und klären Sie dies im Vorfeld mit den Hausbanken, um Fragen im Rahmen der erweiterten Sorgfaltspflichten (EDD) zu antizipieren.
- Nutzen Sie ein abgestimmtes Vorgehen – Beobachtungslisten, Warnsignale und Abhilfemaßnahmen –, um die Handlungsoptionen in Ihren Anlageportfolios zu erhalten.
Einführung
Die Einhaltung der Bankvorschriften durch Zentralbanken steht unter genauer Beobachtung. Nach aufsehenerregenden Urteilen und Aufhebungen von Vorschriften umfasst die KYC-Prüfung für Zentralbankkunden nun eine umfassendere AML-Prüfung, detailliertere Vermögensherkunftsnachweise und eine genauere Überprüfung des Risikos einer doppelten Staatsbürgerschaft. Dieser Leitfaden bietet eine praxisnahe, bankfertige Strategie, um den Aufwand bei der Risikoreduzierung zu minimieren und gleichzeitig die Wahlmöglichkeiten der Kunden bei der Anlagemigration zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
- Regulatorisches Vorgehen gegen Staatsbürgerschaftsprogramme durch Investitionen (CBI) und die Gründe für die Reaktion der Banken
- Wie globale Banken und Vermögensverwalter Inhaber von CBI-Lizenzen und doppelter Staatsbürgerschaft als Hochrisikokunden neu einstufen
- AML-Umfang und -Typologien: Missbrauch von CBI/RBI-Programmen und Geldwäsche-Schwachstellen
- Was KYC- und EDD-Banken (Enhanced Due Diligence) jetzt beim Onboarding erwarten
- Erstellung von Herkunfts- und Vermögensnachweispaketen: standardisierte Erzählungen
- Dokumente und Warnsignale
- Hinweise zu Rechtsgebietsrisiken und Länderleitfäden – praktische Überlegungen einschließlich armenischer Risiken
- Koordination des Onboardings: Abstimmung der Anwälte
Regulatorisches Vorgehen gegen Staatsbürgerschaftsprogramme durch Investitionen (CBI) und die Gründe für die Reaktion der Banken
Im April 2025 erklärte der Europäische Gerichtshof Maltas Investoren-Staatsbürgerschaftsprogramm für rechtswidrig. Dies war ein wegweisendes Signal an Compliance-Teams, dass CBI-Pässe ein erhöhtes regulatorisches Risiko sowie Risiken im Bereich der Geldwäschebekämpfung und des Reputationsrisikos auf allen Märkten bergen. Das Ausmaß solcher Programme ist beträchtlich: Allein Maltas Programm verlieh bis Ende 2023 mehr als 5,300 Personen die Staatsbürgerschaft und brachte rund 1.6 Milliarden Euro ein. Zypern hat seit 2020 rund 360 CBI-Staatsbürgerschaften widerrufen, was das reale Risiko rückwirkender Durchsetzungsmaßnahmen verdeutlicht, das Banken nicht ignorieren können.
Die Compliance- und Risikoteams haben darauf reagiert, indem sie die Aufnahme und laufende Überwachung von CBI-Kunden verschärft haben und Zweitpässe, die über Investitionen erworben wurden, als risikoreicher einstufen, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Wie globale Banken und Vermögensverwalter Inhaber von CBI-Lizenzen und Doppelstaatsbürgerschaften als Hochrisikokunden neu einstufen
In den wichtigsten Zentren des Private Banking – Schweiz, VAE, Singapur und EU – stufen Institute bestimmte Kunden mit doppelter Staatsbürgerschaft oder Zweitpass als Hochrisikokunden ein. Dies führt zu verstärkten Sorgfaltsprüfungen, regelmäßigen Überprüfungen und in manchen Fällen sogar zur Kontoschließung. Dieser Trend entspricht einer umfassenderen Strategie der Risikoreduzierung, bei der die Hürden für die Kontoeröffnung steigen, sofern der Kunde keine transparente Identität, eine einwandfreie Herkunft der Gelder und ein solides Steuer- und Risikomanagement nachweisen kann.
In der Praxis können „Hochrisiko“-Warnungen entstehen durch: eine CBI-Jurisdiktion der Staatsangehörigkeit, Unstimmigkeiten zwischen Reisepass und Steuerwohnsitz, PEP/Sanktionsgefährdung oder intransparente Unternehmensstrukturen – allesamt Faktoren, die eine eingehendere KYC-Prüfung der CBI-Profile erforderlich machen.
AML-Umfang und -Typologien: Missbrauch von CBI/RBI-Programmen und Geldwäsche-Schwachstellen
Internationale Organisationen warnen davor, dass Investorenmigrationskanäle von Kriminellen und korrupten Beamten zur Geldwäsche in großem Umfang missbraucht werden können, wobei die Risiken weltweit Milliardenbeträge erreichen. Zu den für Banken relevanten Typologien gehören:
- Identitätsarbitrage: durch die Verwendung alternativer Staatsangehörigkeit und neuer Kennungen, um Kontrollen oder negative Medien zu umgehen.
- Schichtung mittels undurchsichtiger Fahrzeuge: Vermischung von CBI mit komplexen Offshore-Strukturen zur Verschleierung des letztendlichen wirtschaftlichen Eigentums und der Herkunft der Gelder.
- Sanktions- und PEP-Umgehung: Ausnutzung der erhöhten Mobilität und mangelnder Sorgfaltspflichten in bestimmten Programmen, um der Entdeckung zu entgehen.
Diese Typologien erklären die verstärkte Überprüfung von Kunden im Bereich der Investitionsmigration und verschärfen die Erwartungen der Banken an solide Herkunftsnachweise und eine kontinuierliche Überwachung.
Was KYC- und EDD-Banken (Enhanced Due Diligence) jetzt beim Onboarding erwarten
Banken haben die Anforderungen an die Kundenidentifizierung (KYC) für CBI-Kunden erhöht, wobei die erweiterte Sorgfaltspflicht (EDD) üblicherweise die Identitätsintegrität, das Länderrisiko und die Herkunft des Vermögens in den Fokus rückt. Es ist mit Anfragen zu folgenden Punkten zu rechnen:
- Identitäts- und Wohnsitzprüfung über mehrere Rechtsordnungen hinweg (alle Pässe, Personalausweise, Visa, steuerliche Wohnsitznachweise).
- Detaillierte Darstellung der Vermögensherkunft (SoW) sowie unterstützende Verträge, Register und Unterlagen.
- Herkunftsnachweise (Source-of-Funds, SoF) für jede Einzahlung, einschließlich Kontoauszügen und Transaktionsprotokollen.
- Überprüfung auf Sanktionen/PEP/negative Medienberichterstattung, oft ergänzt durch Fragen zu öffentlich zugänglichen Informationen.
- Bestätigungen zur Einhaltung der Steuervorschriften, die die angegebenen Wohnsitze, Meldepositionen und wirtschaftlichen Verbindungen mit dem Mobilitätsprofil des Kunden in Einklang bringen.
EDD-Artikel vs. Beispiele für akzeptable Nachweise
| EDD-Anforderung | Beispiele für von Banken akzeptierte Nachweise |
|---|---|
| Identität und Wohnsitz | Alle Pässe/Personalausweise, Visa, Rechnungen/Mietverträge von Versorgungsunternehmen, Steuerwohnsitzbescheinigungen |
| Quelle des Reichtums | Aktienregister, M&A-/Kaufverträge, geprüfte Jahresabschlüsse, Lohn-/Dividendenaufzeichnungen |
| Herkunft der Mittel | Kontoauszüge, SWIFT-Belege, Treuhandbestätigungen, notariell beglaubigte Verträge |
| Reputationsprüfungen | PEP-/Sanktionsprüfungen, Gerichtsakten, Compliance-Bescheinigungen |
Erstellung von Herkunftsnachweisen und Provenienzdokumenten: Standardisierte Erzählungen
Für die Einhaltung der Vorschriften im Bankensektor ist ein standardisiertes Leistungsbeschreibungs-/Funktionsbeschreibungspaket, das vorhersehbare Fragen zur erweiterten Sorgfaltspflicht (EDD) im Vorfeld beantwortet, das wirksamste Mittel zur Reibungsreduzierung. Wir empfehlen folgende Strukturierung:
- Profil der Führungskraft: Nationalitäten, steuerliche Wohnsitze, PEP-/Sanktionserklärung, Tätigkeitssektoren.
- Zeitleiste der Vermögensgeschichte: Annotierte Meilensteine (Unternehmensgründung, bedeutende Exits, Immobilienverkäufe, Erbschaften, Dividenden) mit Datum und Vertragspartnern, die mit Belegen verknüpft sind.
- Dokumentenpaket: Handelsregister, geprüfte Jahresabschlüsse, Verträge, Bewertungen, Steuererklärungen, Kontoauszüge mit Querverweisen zur Zeitleiste.
- Karte der Wirtschaftsbeziehungen: Wohnsitze, operative Unternehmen, Investitionen und philanthropische Aktivitäten, die mit den angegebenen Steuerwohnsitzen übereinstimmen.
- Gegendarstellungen in den Medien: Kurze Memoranden zur Aufklärung beigelegter Streitigkeiten oder irreführender Presseberichte, jeweils mit dokumentarischer Untermauerung.
Dokumente und Warnsignale
Bei risikoreichen Onboarding-Prozessen sollte ein Dossier ohne Überraschungen zusammengestellt und anhand gängiger Warnsignale überprüft werden.
Kerndokumente (Originale und, falls vorhanden, beglaubigte Kopien vorbereiten):
- Alle Pässe/Ausweise; CBI-Zertifikat oder Einbürgerungsnachweis; Visa; Steuerwohnsitzbescheinigungen.
- Unternehmensdokumente: Gründungsurkunden, Aktienregister, Organigramme der wirtschaftlich Berechtigten, geprüfte Jahresabschlüsse.
- Vermögensnachweise: Kauf-/Verkaufsverträge, Erbschafts-/Nachlassunterlagen, Gehalts-/Dividendenabrechnungen, Vermögensbewertungen, Kontoauszüge/SWIFT-Nachrichten zur Rückverfolgung der Geldflüsse.
- Reputationspaket: Sanktions-/PEP-Prüfungen, Ausdrucke von Gerichtsrecherchen, Compliance-Schreiben, Protokoll negativer Medienberichte mit Erläuterungen.
Warnsignale, denen man vorbeugen sollte (und wie man sie abmildern kann):
- Identitätsarbitrage oder inkonsistente biografische Daten in verschiedenen Dokumenten — Namen und Daten abgleichen; offizielle Namensänderungsurkunden beifügen.
- Undurchsichtige Herkunft des Reichtums — Bereitstellung von Belegen aus mehreren Quellen (Verträge, Unterlagen, Bankbelege) für jedes wichtige Vermögensereignis.
- Sanktionen/PEP-Exposition — einschließlich gründlicher Überprüfung und Stellenbeschreibung; Nachweis von Risikokontrollen und Compliance-Historie.
- Diskrepanz zwischen Steuerwohnsitz und Steuerwohnsitz — Vorlage von Bestätigungen der Anmeldungen und wirtschaftlichen Verbindungen, die mit den angegebenen Wohnsitzen übereinstimmen.
Hinweise zu Rechtsrisiken und Länderleitfaden – Praktische Überlegungen einschließlich armenischer Risiken
Banken bewerten das Länderrisiko ganzheitlich. Für Kunden mit Geschäftsbeziehungen zu Zentralbanken oder mehreren Jurisdiktionen fügen Sie eine kurze „Jurisdiktionshinweis“ hinzu, die Folgendes verdeutlicht:
- Warum die Zuständigkeit der CBI gewählt wurde (Mobilität, Familienzusammenführung, Investitionsthese) und wie sie zu einer transparenten Steuerposition passt.
- Wo sich die Zentren der vitalen Interessen und der operativen Geschäftstätigkeit tatsächlich befinden und wie diese Verbindungen nachgewiesen werden (Mietverträge, Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Unternehmensmeldungen).
- Jegliches Engagement in Regionen oder Sektoren mit höherem Risiko, wobei die Risikokontrollmaßnahmen erläutert werden (Governance, Audits, unabhängige Bewertungen).
Soweit relevant, sollten Mandanten mit Bezug zu Armenien ihre gewöhnliche Aufenthalts-/Staatsbürgerschaft und Bankverbindungen klar von einer etwaigen separaten Staatsangehörigkeit unterscheiden und eine kohärente Steuerdokumentation sowie eine schlüssige Geschäftstätigkeit nachweisen.
Koordination des Onboardings: Abstimmung der Anwälte
Die Abstimmung mit Hausbanken und Fintechs – bevor die Unterlagen der Compliance-Abteilung vorgelegt werden – reduziert den Aufwand bei der erweiterten Sorgfaltspflichtprüfung (EDD). Branchenberater betonen die Wichtigkeit detaillierter Leistungsbeschreibungen und standardisierter Onboarding-Unterlagen, die Bankfragen zu Hochrisikokunden antizipieren. Ein praxisorientierter, von Juristen entwickelter Leitfaden:
- Risikovorprüfung: Überprüfung von Sanktionen/PEP, Analyse negativer Medienberichte und Gap-Analyse im Hinblick auf häufige Warnsignale.
- Jurisdiktion und Banken-Targeting: Auswahl von Instituten, die zum Risikoprofil und den wirtschaftlichen Beziehungen des Kunden passen; Banken vermeiden, die Staatsangehörige von CBI-Ländern kategorisch als risikoarm einstufen.
- Erstelle das SoW/SoF-Paket: Standardisiertes Berichtswesen, Dokumentenmatrix und Querverweise auf Transaktionsverläufe.
- Einhaltung der Vorschriften vor Vertragsbeginn: Teilen Sie eine vereinfachte Gliederung für eine informelle Lektüre, um mögliche EDD-Anfragen frühzeitig zu erkennen.
- Absenden und verfolgen: Zentralisierung der Fragen und Antworten; Protokollierung von Klärungen; Aktualisierung des Textes zur Berücksichtigung der Antworten und Vermeidung von Widersprüchen.
- Laufende Überwachung: Regelmäßige Aktualisierung des Kalenders (Ausweise, Steuernachweise, Bestätigungen der wirtschaftlichen Eigentümer), um unerwartete Überprüfungen zu vermeiden und das Risiko zu minimieren.
- Sanierungsleitfaden: Sollten negative Signale auftreten (z. B. Widerruf in einem Programm), halten Sie Korrekturmeldungen, alternative Konten und aktualisierte steuerliche/rechtliche Stellungnahmen bereit, die auf die geänderten Fakten Bezug nehmen.
Für Kunden, die Mobilität, Investitionen und Vermögensschutz als Ziele verfolgen, ergänzen Sie den Bankplan durch gut dokumentierte Wege zur Staatsbürgerschaft, zu Visa und zu Investitionsmöglichkeiten, die den KYC/AML-Erwartungen entsprechen.
Fazit
Im Jahr 2026 erfordert die Aufnahme von CBI-Kunden unter verstärkter Aufsicht Disziplin: Seien Sie auf die erweiterte Sorgfaltspflichtprüfung (EDD) vorbereitet, dokumentieren Sie die Herkunft des Vermögens lückenlos und stimmen Sie die Onboarding-Prozesse mit den Bankpartnern ab. Mit einem standardisierten Paket und einer auf die jeweiligen Rechtsordnungen zugeschnittenen Beratung – gegebenenfalls auch mit armenischer Ausrichtung – können Sie Risiken minimieren, die Kontoeröffnung beschleunigen und die Flexibilität bei Ihren Investitionsmigrationsstrategien wahren. Für die Erstellung eines individuellen KYC-Plans für CBI-Kunden kontaktieren Sie unser Team aus zugelassenen Anwälten.

